„Ein Leiden ist schon halb geheilt, hat man es andren mitgeteilt.“

In diesen Tagen wäre der Schriftsteller Eugen Roth 122 Jahre alte geworden. Am 24.01.1895 in München geboren, war der promovierte Germanist zunächst Redakteur einer Münchner Tageszeitung, nach 1933 dann freier Schriftsteller in seiner Heimatstadt. Sein ständig wachsendes Leserpublikum schmunzelte über ein Phänomen: Roth´s "Mensch"-Gedichte. Eugen Roth starb am 28.04.1976 in seiner Heimatstadt München.

 

„Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon, der in München wohnt.“

 

 

Ein Mensch, erst zwanzig Jahre alt,

Beurteilt Greise ziemlich kalt

Und hält sie für verkalkte Deppen,

Die zwecklos sich durchs Dasein schleppen.

Der Mensch, der junge, wird nicht jünger:

Nun, was wuchs denn auf seinem Dünger?

Auch er sieht, daß trotz Sturm und Drang,

Was er erstrebt, zumeist mißlang,

Daß, auf der Welt als Mensch und Christ

Zu leben nicht ganz einfach ist,

Hingegen leicht, an Herrn mit Titeln

Und Würden schnöd herumzukritteln.

Der Mensch, nunmehr bedeutend älter,

Beurteilt jetzt die Jugend kälter,

Vergessend frühres Sich-Erdreisten:

"Die Rotzer sollen erst was leisten!"

Die neue Jugend wiedrum hält ...

Genug - das ist der Lauf der Welt!

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